PHLEBOLOGIE

4 Behandlungsmöglichkeiten:

1. Konservative, nicht operative Massnahmen

Die konservative Therapie umfasst:

  • phlebologische Kompressionsverbände

  • medizinische Kompressionsstrümpfe

  • sonstige physikalische Entstauungsmaßnahmen

  • manuelle Lymphdrainage

  • apparative intermittierende Kompression

  • Balneotherapie,

  • Gefäßsport,

  • Medikamente

Neben Hochlagerung und ausreichender körperlicher Bewegung, stellen Kompressionsverbände und medizinische Kompressionsstrümpfe die Basistherapie dar und sind geeignet, die venöse Hämodynamik am erkrankten Bein zu verbessern.

Kontraindikationen zur Kompressionstherapie sind dekompensierte Herzinsuffizienz und Phlegmasia coerulea dolens

Bei einer klinisch relevanten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und/oder einer fortgeschrittenen peripheren Neuropathie (z.B. Diabetes mellitus) sind besondere Anforderungen an die technische Durchführung der Kompressionsmaßnahmen zu stellen. Unsachgemäßes Bandagieren kann Hautnekrosen und nervale Druckschäden zur Folge haben.

In meiner Praxis erhalten Sie auf Wunsch Kompressionsstrümpfe nach Mass. Ich arbeite hier mit führenden Herstellern von Kompressionsstrümpfen zusammen: SIGVARIS (führender Hersteller in der Schweiz), MediBayreuth  und Bauernfeind  zusammen. Der Vertrieb von MediBayreuth in der Schweiz erfolgt über COSSANUM. Selbstverständlich können Sie Ihre Kompressionsstrümpfe auch mit oder ohne Rezept in Ihrer Apotheke bestellen oder auch über Ihren Hausarzt beziehen.

Die o.g. sonstigen physikalischen Entstauungsmaßnahmen bedürfen einer besonderen Indikation.

2. Sklerosierungsbehandlung/verödung:

Bei der Sklerosierungs- bzw. Verödungsbehandlung wird durch Injektion einer gewebetoxischen Flüssigkeit in eine Varize (Krampfader) die innerste Venenwand so beschädigt, dass es über eine Entzündung der entsprechenden Krampfader (Vene), zu einem Verschluss und zur Vernarbung der entsprechenden Krampfader kommt. Innerhalb eines Zeitraumes von mehreren Wochen wird die vernarbte Ader vom Körper resorbiert und dann auch nicht mehr sichtbar. Die wesentliche Bedeutung der Sklerosierung liegt in der Behandlung von Seitenastvarizen sowie Besenreiser- und retikulären Varizen. Auch Perforans- und Stammvenen sind einer Verödungstherapie prinzipiell zugänglich.

Die Behandlung der Stammvenen mit der konventionellen Sklerosierung mit nicht aufgeschäumten Verödungsmitteln ist jedoch durch eine hohe Rezidivquote belastet. Zur Verbesserung der Ergebnisse wurde in den letzten Jahren hierzu die duplexkontrollierte Verödung (unter gleichzeitiger Ultraschallkontrolle) und die Verwendung aufgeschäumter Verödungsmittel eingeführt.

Unter Beachtung der Indikationen und (relativen) Kontraindikationen stellt die Verödungstherapie jedoch ein effektives, kostengünstiges und komplikationsarmes Behandlungsverfahren dar.

Absolute Kontraindikationen sind:

  • bekannte Allergie auf das Verödungsmittel,

  • schwere Systemerkrankung,

  • akute oberflächliche oder tiefe Venenthrombose,

  • lokale, im Bereich der Verödung gelegene oder schwere generalisierte Infektionen,

  • Immobilität,

  • Bettlägerigkeit,

  • fortgeschrittene arterielle Verschlusskrankheit im Stadium 3 oder 4,

  • Hyperthyreose (bei jodhaltigen Verödungsmitteln),

  • 1. und 3. Trimenon der Schwangerschaft.

 

Relative Kontraindikationen sind:

  • Beinödem

  • diabetische Spätkomplikationen (z.B. Polyneuropathie),

  • arterielle Verschlusskrankheit im Stadium II,

  • schlechter Allgemeinzustand,

  • Bronchialasthma,

  • ausgeprägte allergische Diathese,

  • bekannte Hyperkoagulabilität,

  • Thrombophilie mit abgelaufener tiefer Beinvenenthrombose

Komplikationen:

Auch bei sachgerechter Durchführung können bei der Verödungsbehandlung unerwünschte Wirkungen beobachtet werden. Diese sind u.a.:

  • allergische Reaktion,

  • Flimmersehen,

  • Hautnekrosen,

  • überschießende Verödungsreaktion im sinne einer überschiessenden, oberflächigen Venenentzündung (=Thrombophlebitis),

  • Pigmentierungsstörungen (=Braunverfärbung der Haut),

  • Matting (Auftreten von kleinsten Hautäderchen um die verödeteten Krampfadern herum)

  • Nervenschädigung,

  • venöse Thromboembolie,

  • intraarterielle Injektion.

Noch detailliertere informationen kann die/der interessierte Leserin/Leser der Leitlinie "Sklerosierungsbehandlung der Varikose" entnehmen.

3. Endoluminale Katheterbehandlung von Krampfadern

In den letzten Jahren hat sich ein Umdenken in der Behandlung der Varikose durchgesetzt . War noch vor 5 Jahren in vielen Kliniken die Crossektomie und das Strippen der Vena saphena Magna/parva die Behandlung der Wahl, so hat mittlerweile die endovenöse Katheterbehandlung in vielen Kliniken weltweit diesen Platz eingenommen. So ist die endovenöse Lasertherapie und die Radiofrequenzablation der Stammvenen ein fester Bestandteil im Behandlungsspektrum geworden. Bisher haben diese sogenannten "Thermischen Verfahren" (Laser- und Radiofrequenzverfahren) bei der endovenösen Katheterbehandlung die Oberhand. Zahlreiche Studien beweisen mittlerweile die Überlegenheit dieser “thermischen” Katheterverfahren gegenüber den herkömmlichen Operationsverfahren.

 

Auch haben in einigen europäischen Ländern die Krankenkassen die Vorteile dieser Verfahren eingesehen und vergüten bei entsprechender Diagnose die Behandlung wie z.b. in Holland, wo diese Verfahren bei einer C3 Varicose (CEAP Klassifizierung) bezahlt werden. Auch in England werden diese Verfahren im strengen National Health Service bezahlt. In diesen Ländern wird mittlerweile 90% der Behandlung mit endovenösen Therapieverfahren durchgeführt.

 

Das schweizer Bundesamt für Gesundheit hat im Dezember 2015 die Krankenkassen angewiesen, die endovenösen thermischen Verfahren (Laser und Radiowelle) ab dem 1.Januar 2016 aus der Grundversicherung der Patienten zu bezahlen. D.h., dass diese Verfahren nun nicht mehr nur den zusatzversicherten Patienten zu Gute kommen!

  

Bei diesen endovenösen thermischen Verfahren wird ein Katheter in die erkrankte Stammvene eingeführt  (=endovenös) wonach die Vene mit Hilfe dieses Katheters verschlossen wird.

Wir unterscheiden Laser-Katheter, wobei mit Hilfe der Laserenergie, durch die entstandene Hitze,  das Blutgefäss dauerhaft verschlossen wird von den Radiowellen-kathetern.Bei letzterem wird mit Hilfe der Radiofrequenzenergie die Venen dauerhaft verschlossen. Dadurch, dass Temperaturen von 120 Grad Celsius entstehen (beim Laser etwas höhere Temperaturen), muss das umgebende Gewebe gekühlt und auch betäubt werden. Diesen Zweck erreicht man mit der sogenannten Tumeszensanästhesie.

 

Links zum Radiofrequenzverfahren:

 

Klicken Sie hier, zum Film Radiofrequenzverfahren

Vorteile dieser endovenösen, thermischen Verfahren sind:

- Keine Narkose bzw. Spinalanästhesie notwendig

- die geringe Schmerzhaftigkeit während der Behandlung

- sehr gute kosmetische Ergebnisse

- deutlich weniger Komplikationen als bei den herkömmlichen Operationsverfahren

- schnellere Rekonvaleszens

 

Weitere Alternativen:

 Seit ca. 2009 steht eine völlig neue endovenöse Behandlungsmethode zur Verfügung, das ClariVein-verfahren:

Professor Steve Elias in den USA hat u.a. dieses neue Verfahren entwickelt. Es handelt sich um ein mechanisch-chemisches Kombinationsverfahren. Hierbei wird ein noch viel dünnerer Katheter (im Vergleich mit dem Radiofrequenz- oder Laser-Katheter) in derselben Art und Weise wie der Laser bzw. der Radiofrequenzkatheter in die Vene eingeführt, jedoch erfolgt der Verschluss nicht mit Hilfe von Hitzeenergie. An der Spitze des sehr dünnen Clariveinkatheters befindet sich ein Propeller. Dieser Propeller schlägt während der Behandlung gegen die Veneninnenwand, wodurch sich die Vene zusammenzieht und gleichzeitig beschädigt wird. Während der Katheter langsam zurückgezogen wird, wird gleichzeitig ein sogenannter Mikroschaum in die Vene gespritzt, und somit die Vene dauerhaft verschlossen. Dieser Mikroschaum wird aus einer Mischung von dem Verödungsmittel Aethoxysklerol und Luft bzw. CO2/O2-Gemisch hergestellt.

Ganz großes Plus dieses Verfahrens ist, dass es nahezu schmerzfrei durchgeführt werden kann. Es ist keine örtliche Betäubung / Tumeszensanästhesie des gesamten Beines notwendig. Lediglich die Punktionsstelle - also dort, wo der Katheter eingeführt wird -  wird eine kleine örtliche Betäubung gesetzt.

Nach dem Eingriff sollte der Patient für 48 Stunden einen Kompressionsstrumpf der Klasse 2 tragen.

 

Ein Film über das Clarivein-Verfahren:

 

Messen und vergleichen lassen müssen sich diese neuen Verfahren mit dem bisherigen Goldstandard, der klassischen Stripping/Crossektomie Operation.

Die meisten und sehr umfangreichen Studien belegen eine sehr gute und häufig bessere Wirksamkeit der endovenösen Katheterverfahren im Vergleich mit der klassischen Operation. Ganz deutlich und statistisch signifikant besser als die klassische Operation, schließen die endovenösen Verfahren jedoch hinsichtlich der postoperativen Schmerzen und der schnellen Rekonvaleszenz ab.

Ganz wichtig für das Wohlbefinden der Patienten ist auch, dass das lange Tragen von Stützstrümpfen von bis zu 6 Wochen nicht mehr notwendig ist.

4. transkutane Radiofrequenztherapie

Radiofrequenzbehandlung von kleinsten, unter der Haut gelegenen Äderchen (Besenreiser, Couperose/Rosazea, Teleangiektasien)

 

Seit vielen Jahren (2008) verwende ich bereits mit grossem Erfolg und sehr hoher Patientenzufriedenheit das Radiofrequenzverfahren zur Behandlung der grossen Stammvenen beim Krampfaderleiden.  Das Radiofrequenzverfahren erfährt jetzt eine enorme Erweiterung.  Die vor allem kosmetisch störenden, kleinen und kleinsten Äderchen unter der Haut, können mit diesem Verfahren, in kürzester Zeit, mit einem hervorragendes kosmetischen Ergebnis und nahezu ohne unerwünschte Nebenwirkungen entfernt werden.

 

Was ist Radiofrequenz und wie funktioniert diese?

Im Gegensatz zur weit verbreiteten und bisher besten Behandlung, der Sklerotherapie=Verödung mit Aethoxysklerol,  bedarf die neue, minimal-invasive Radiofrequenz-Technik keiner aktiven chemischen Substanzen. Auch wird anders als bei der Thermokoagulation und bei dem Laserverfahren, das Gefässgewebe nicht zerstört und die Behandlung ist viel weniger schmerzhaft!

 

Der Radiofrequenz-Generator wandelt hochfrequente Radiowellen in dosierbare Wärme-Impulse um, die über einen flexiblen Katheter oder eine feine Nadel, punktgenau auf das Eiweiß in Blut und Gefäßwand einwirken und es koagulieren lassen. Umliegendes Hautgewebe bleibt unverletzt.
Die Einstellungen können per „Touch Screen“ in leichter Bedienart vorgenommen werden und ermöglichen sowohl eine variable, wie auch genaue Steuerung der verabreichten Energiemenge, die bequem per Fußpedal ausgelöst wird. Das Ergebnis ist unmittelbar sichtbar. Innerhalb weniger Wochen wird das geronnene Eiweiß durch körpereigene Stoffwechselprozesse automatisch abgebaut. Das verödete Gefäß wird zu Bindegewebe umgewandelt.

 

Da dem Gewebe weder Licht noch aktive chemische Komponenten zugeführt werden, kann der Patient unmittelbar nach der Behandlung wieder seiner alltäglichen Beschäftigung nachgehen und sich nach kurzer Zeit sogar wieder dem Sonnenlicht aussetzten. Die Thermokoagulation kann das ganze Jahr über angewendet werden und eignet sich für alle Haut-(Farb-)typen. Stützstrümpfe oder Kompressionsverbände sind nicht erforderlich. Es wird bereits nach kürzester Zeit ein hervorragendes kosmetisches Ergebnis ohne unerwünschte Nebenwirkungen erzielt. 

 

Kosten der Behandlung

Da es sich nach dem Krankenpflegegesetz der Schweiz bei der  Radiofrequenzbehandlung von Besenreisern und retikulären Krampfadern um eine kosmetische Behandlung handelt, wird diese Behandlung von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Die Behandlung kostet pro Sitzung 150 Sfr.. Eine Sitzung dauert ca. 20-30 Minuten.

 

Ablauf der Behandlung

Die Radiofrequenztherapie ist nahezu vollkommen schmerzlos und kann ambulant durchgeführt werden. Jede Sitzung/Behandlung dauert ungefähr 10 bis maximal 20 Minuten. Nach der Behandlung ist man sofort arbeitsfähig und normal belastbar.

 

Ein Film über die transkutane Radiofrequenztherapie von Besenreiservarizen:

 

Nach der Behandlung:

Nach der Behandlung ist keine Kompressionsbehandlung erforderlich. Sie können  sich auch nach kurzer Zeit sogar wieder dem Sonnenlicht aussetzten. Sie sehen unmittelbar nach der Behandlung eine leichte Rötung und Schwellung im Behandlungsbereich und durch die Histaminausschüttung kann, ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion nach einem Mückenstich, Juckreiz auftreten. Sie können die behandelteten Stelln durchaus vorsichtig kühlen. Nach 1-2 Tagen treten kleinste Krustenbildungen der Haut auf, die jedoch nach einigen Wochen vollkommen verschwinden und narbenfrei abheilen.

 

Welche Adern können behandelt werden?

  1. Besenreiser: kleinste, bis 1 mm grosse Äderchen, die an den Beinen direkt unter der Haut verlaufen

  2. Teleangiektasien: sichtbare Erweiterung kleinster unter der Hautoberfläche gelegenen Blutgefässen am Kopf, am Gesicht und an den Händen

  3. Couperose: auch Rosazea genannt, anlagebedingte Gefässerweiterungen  im Gesicht

  4. Matting: Entstehung von feinsten Hautäderchen nach Krampfaderoperationen oder Verödungs-Behandlungen von Krampfadern   

     

Zusätzlich können mit dem Radiofrequenz- Verfahren  auch

  • Blutschwämmchen

  • Hämangiome

  • Spider naevi (Sternchenangiome)

  • Altersflecken

entfernt werden.

 

Sind die Besenreiser-Krampfadern nach einer Behandlung mir dem Radiofrequenzverfahren endgültig verschwunden?

Leider muss man diese  Frage mit  Nein beantworten.  Es können immer wieder, auch an anderen Stellen, diese kleinsten Krampfadern auftauchen. Dies hängt von der Veranlagung und dem Grad der Venenschwäche ab.

 

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können entstehen?

Insgesamt sind die Risiken dieser Behandlung sehr gering:

  1. Leichte Rötung und Schwellung im Behandlungsbereich (durch Histaminausschüttung, ähnlich einer allergischen Reaktion nach einem Mückenstich)

  2. Juckreiz

  3. kleinste Krustenbildungen der Haut, die jedoch nach einigen Wochen vollkommen verschwinden und narbenfrei abheilen.

  4. In  seltensten Fällen leichte Braunverfärbung der Haut (nicht vergleichbar mit der Verödungsbehandlung mittels Aethoxysklerol, oder nach Laserbehandlungen)

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